Astigmatismus ist eine sehr häufige Augenerkrankung, die in der Regel durch eine Hornhautverkrümmung verursacht wird. Er ist meist angeboren, kann aber in manchen Fällen auch entstehen, wenn ein Chalazion über längere Zeit auf den Augapfel drückt. Wie Kurzsichtigkeit ist auch Astigmatismus irreversibel. Ein Astigmatismus über 300 Grad wird allgemein als hoher Astigmatismus bezeichnet.
Es gibt viele Probleme im Zusammenhang mit Brillen für starken Astigmatismus, insbesondere für Kinder und Jugendliche. In der Praxis begegnen unsere Optiker häufig Menschen mit starkem Astigmatismus. Die Wahl der passenden Gläser und Fassungen ist daher sehr wichtig.
Der bildgebende Unterschied zwischen Astigmatismus und Myopie
Die Hornhaut ist unregelmäßig geformt, nicht kugelförmig, sondern ellipsoid. Ihre Brechkraft ist vertikal und horizontal unterschiedlich. Daher kann das Licht, nachdem es von der Hornhaut gebrochen wurde, beim Eintritt ins Augeninnere keinen Brennpunkt bilden. Stattdessen entsteht eine Brennlinie, wodurch das auf die Netzhaut projizierte Bild verschwommen erscheint und zu Sehverlust führen kann. Astigmatismus, insbesondere leichter Astigmatismus, beeinträchtigt das Sehvermögen möglicherweise nicht stark, starker Astigmatismus hingegen schon.
Kurzsichtigkeit entsteht, wenn parallel einfallendes Licht ins Auge gelangt und von den Linsen gebrochen wird. Der Brennpunkt des Bildes kann nicht auf der Netzhaut getroffen werden, was zu verschwommenem Sehen in der Ferne führt. Kurzsichtigkeit und Astigmatismus unterscheiden sich grundlegend in der Bildgebung und auch im eigentlichen Sehvorgang. Vielen Menschen fehlt hierfür das Verständnis, was zu Verwirrung führt.
Es gibt nur wenige Patienten mit einfachem Astigmatismus, die meisten davon leiden entweder an Nah- oder Fernastigmatismus. Bei der optometrischen Untersuchung ist es besonders wichtig, die Korrekturwerte anhand der bildgebenden Unterscheidung zwischen Astigmatismus und Myopie zu bestimmen.
Definition und Manifestation von hohem Astigmatismus
Der Schweregrad einer Hornhautverkrümmung wird nach ihrem Grad eingeteilt. Eine Hornhautverkrümmung unter 150 Grad gilt als leichte Hornhautverkrümmung, eine zwischen 150 und 300 Grad als mittelgradige und eine über 300 Grad als starke Hornhautverkrümmung. Eine starke Hornhautverkrümmung kann zahlreiche Augenschäden verursachen.
1. Kopfschmerzen, Augenreizungen usw.: Starker Astigmatismus ohne Korrektur verursacht mit höherer Wahrscheinlichkeit Kopfschmerzen, Augenreizungen usw. Er kann auch leicht zu Fehlhaltungen wie z. B. einer Kopfneigung führen. Daher muss starker Astigmatismus korrigiert werden.
2. Visuelle Ermüdung: Aufgrund der unterschiedlichen Brechkraft der einzelnen Meridiane kann bei Astigmatismus beim Brechen parallelen Lichts kein Brennpunkt entstehen, sondern zwei Brennlinien. Dadurch neigt das Gehirn zu selektiver Objektinterpretation. Um eine möglichst klare Sicht zu gewährleisten, sollte Astigmatismus so weit wie möglich korrigiert werden, um den Streulichtkreis zu verkleinern und die Bildqualität zu verbessern. Starker Astigmatismus kann, wenn er nicht oder ohne Brille korrigiert wird, leicht zu Kopfschmerzen, visueller Ermüdung und anderen Symptomen führen und somit die Entwicklung visueller Ermüdung begünstigen.
3. Verschwommenes Sehen in der Nähe und Ferne: Menschen mit starkem Astigmatismus sehen sowohl nahe als auch ferne Objekte verschwommen. Betroffene neigen oft dazu, die Augenlider halb zu schließen und durch Lücken zu blinzeln, um Objekte klarer zu sehen.
4. Sehverlust: Bei Astigmatismus erscheinen Objekte außerhalb der Brennlinie der Netzhaut heller, ihre Ränder verschwimmen und sie sind schwer erkennbar. Die Sehschärfe nimmt ab, und in schweren Fällen kann es zu Doppeltsehen kommen. Neben dem physiologischen Astigmatismus kann jede Form von Astigmatismus leicht zu Sehverlust führen.
5. Druck auf den Augapfel: Astigmatismus lässt sich in der Regel mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren. Werden Verletzungen und Hagelkörner an den Augenlidern nicht rechtzeitig behandelt, üben sie über längere Zeit Druck auf den Augapfel aus und können Astigmatismus verursachen. In manchen Fällen tritt Astigmatismus auch in Kombination mit einer Pseudomyopie auf. Die Pseudomyopie muss korrigiert werden, der Astigmatismus kann dann mit einer Brille behoben werden.
6. Amblyopie: Diese Erkrankung tritt häufiger bei starkem Astigmatismus auf, insbesondere bei Weitsichtigkeit. Da das scharfe Sehen in der Ferne und Nähe erschwert ist und das Sehvermögen nicht trainiert werden kann, kann es zu Amblyopie und in der Folge zu Strabismus kommen.
Stark astigmatische Brillen
Stark astigmatische Linsen sind aufgrund ihrer hohen Brechkraft schwierig herzustellen. Daher werden sie in der Regel mit hochbrechenden Kunststofflinsen und asphärischen Designs versehen, um ein zu dickes Erscheinungsbild zu vermeiden. Es ist zu beachten, dass Linsen mit starkem Astigmatismus üblicherweise individuell angefertigt werden. Je höher der Astigmatismus, desto schwieriger die Anfertigung und desto komplexer die zu berücksichtigenden Parameter. Bei extrem hohem Astigmatismus müssen zudem die Fassungsparameter angegeben werden, um die Linsenkonstruktion zu optimieren.
Bei der Wahl der Brillenfassung müssen Sie die besonderen Eigenschaften von sehr hohem Astigmatismus berücksichtigen. Da die Randstärke von Astigmatismus-Gläsern stark variiert, ist bei der Auswahl der Fassung besondere Sorgfalt geboten. Wählen Sie Fassungen aus Reintitan oder Titanlegierungen mit relativ kleinen Querdurchmessern und hoher Materialfestigkeit. Alternativ können Sie auch Fassungen aus Acetatfaser oder Plattenmaterial mit guter Schrumpfung in Betracht ziehen.
Von rahmenlosen oder Halbrandfassungen wird abgeraten. Vollrandfassungen sind die bessere Wahl. Bei der Verarbeitung und Herstellung ist besonderes Augenmerk auf mögliche Linsenabweichungen zu legen, die durch mangelhafte Anpassungstechnik und ungeeignete Ausrüstung die Achse des Astigmatismus verändern können.
Wie man Brillenfassungen bei starkem Astigmatismus auswählt:
A. Leichtbaumaterialien Vorrang einräumen
Das Gewicht des Rahmenmaterials ist einer der Faktoren, die das Gewicht der Brille beeinflussen. Menschen mit starker Kurzsichtigkeit sollten bei der Wahl des Gestells besonders auf Materialien wie Reintitan, Wolfram-Carbon, dünne Bleche und TR90 achten. Gestelle aus diesen Materialien sind in der Regel leichter und angenehmer zu tragen. Sie sind zudem sehr komfortabel, langlebig und formstabil.
B. Vollformat > Halbformat > Rahmenloses Gehäuse
Bei starkem Astigmatismus sind dickere Brillengläser üblich. Randlose und Halbrandfassungen lassen die Gläser ungeschützt, was nicht nur das Aussehen beeinträchtigt, sondern auch die Fassung verformt. Dadurch verändern sich der Mittenabstand der Gläser und die Achse des Astigmatismus, was die Korrekturwirkung beeinträchtigt. Menschen mit starkem Astigmatismus sind daher mit Vollrandfassungen besser beraten.
C. Ein großer Rahmen ist keine gute Wahl.
Wer über längere Zeit eine Brille mit großem Rahmen trägt, kann eine Sehverschlechterung und ein eingeschränktes Sichtfeld bemerken. Langes Tragen kann außerdem Schwindel und Benommenheit verursachen. Brillen mit großem Rahmen sind in der Regel schwer und daher für Menschen mit starker Kurzsichtigkeit ungeeignet. Durch das Tragen über längere Zeit entsteht ein starker Druck auf die Nase, der mit der Zeit zu einer Verformung des Nasenrückens führen kann.
Für die Augenoptik und die Anpassung von Brillen spielen viele Parameter eine wichtige Rolle, wie beispielsweise die Dioptrienzahl und der Pupillenabstand. Beim Tragen einer Brille mit großem Rahmen ist es besonders wichtig, darauf zu achten, ob der Mittelpunkt zwischen den beiden Brillengläsern mit dem Abstand Ihrer Pupille übereinstimmt. Besteht eine Abweichung, kann dies – selbst bei korrekter Brillenstärke – zu Beschwerden führen. Wählen Sie daher am besten ein Gestell mit schmaleren Gläsern und möglichst geringer Ober- und Unterkante, um den Tragekomfort nicht durch periphere Verformungen zu beeinträchtigen.
D. Wählen Sie ein Gestell mit einem relativ geringen Abstand zwischen den Gläsern.
Der Augenabstand bezeichnet den Abstand zwischen dem hinteren Scheitelpunkt der Brille und dem vorderen Scheitelpunkt der Hornhaut. Astigmatismuskorrekturgläser sind zylindrische Gläser. Mit zunehmendem Augenabstand verringert sich die effektive Brechkraft (je höher der Grad, desto stärker die Verringerung) und damit auch die korrigierte Sehschärfe. Bei starker Astigmatismuskorrektur sollte der Augenabstand so gering wie möglich sein. Achten Sie bei der Wahl und Anpassung der Fassung auf Nasenpads oder Gläser mit einem möglichst geringen Augenabstand.
E. Wählen Sie keine Fassungen mit zu dünnen Bügeln.
Sind die Bügel zu dünn, verteilt sich der Druck ungleichmäßig auf Vorder- und Rückseite des Gestells. Dadurch kann die Brille kopflastig werden und das Gewicht hauptsächlich auf dem Nasenrücken lasten. Dies führt dazu, dass die Brille leicht verrutscht und der Tragekomfort beeinträchtigt wird. Bei Astigmatismus (insbesondere bei mittlerem bis hohem Astigmatismus) ist es wichtig, dass das Gestell zum Pupillenabstand passt.

Der Einfluss der Astigmatismusachsenlage auf Brillen
Der Astigmatismusachsenbereich liegt zwischen 1 und 180 Grad. Ich werde mich auf die Auswahl von Brillenfassungen für Astigmatismusachsen von 180 und 90 Grad konzentrieren.
Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Achse des Astigmatismus bei 180° liegt und die Dicke in 90° (vertikaler Richtung) beträgt. Daher sollte die Fassung, die wir wählen, nicht zu hoch sein. Bei einer zu niedrigen Fassung nutzt sich die Glasstärke in vertikaler Richtung ab, wodurch die Gläser leichter und dünner werden. (Eine hohe Fassung führt naturgemäß zu einer runden, eine niedrige zu einer eckigen Form.)
Im Gegensatz dazu beträgt die Dicke bei einer Achsenposition von 90° 180° (horizontale Richtung). Oft liegt die dickste Stelle außen, und die durch den Astigmatismus verursachte Dicke verstärkt sich ebenfalls außen, wodurch die Dicke verstärkt wird. Daher sollte die Fassung kleiner und dünner sein. Je näher die Summe aus Linsenbreite und Strahlmitte Ihrem Pupillenabstand kommt, desto dünner sollte die Fassung sein. Um die Dicke weniger auffällig zu machen, empfiehlt sich die Wahl von Gläsern mit höherem Brechungsindex.
Bei der Anpassung von Brillen stehen „Komfort“ und „klare Sicht“ oft im Widerspruch zueinander und sind schwer in Einklang zu bringen. Dieser Widerspruch wird bei Brillen mit Astigmatismus noch deutlicher. Klare Sicht erfordert Eingewöhnung, Komfort bedeutet aber nicht zwangsläufig klare Sicht. Beispielsweise ist es am bequemsten, keine Brille zu tragen, aber definitiv nicht scharf.
Brillen mit starkem Astigmatismus sind empfindlicher und erfordern eine präzisere Anpassung bei der Optometrie und der Verordnung. Bei starkem Astigmatismus ist es wichtig, dass Fassung und Gläser optimal auf den Grad und die Achsenlage des Astigmatismus abgestimmt sind, um Kundenbeschwerden und Beschwerden aufgrund von Produktproblemen zu vermeiden.
Veröffentlichungsdatum: 17. November 2023