Die Augenoptik entspricht nicht der Spiegelverordnung.
Viele Menschen glauben, die Optometrie bestünde lediglich darin, den Grad der Kurzsichtigkeit zu messen, und dass nach Erhalt dieses Ergebnisses die Brillenanpassung erfolgen könne. Ein Optometrie-Rezept ist jedoch nur ein Messwert des Brechungsindex der Augen und muss nicht zwangsläufig die optimale Brillenstärke darstellen. Optometrie und Brillenanpassung sind untrennbar miteinander verbunden, und werden sie getrennt durchgeführt, können Probleme auftreten.
Die Wahl der Brillenfassung ist eine technische Aufgabe.
Meistens achten Kunden bei der Wahl von Brillenfassungen nur auf den ästhetischen Wert. Wären Brillenfassungen lediglich ein modisches Accessoire wie Kleidung, wäre das verständlich. Brillenfassungen haben jedoch auch die Aufgabe, Fehlsichtigkeiten zu korrigieren. Daher sollten neben der Ästhetik mindestens drei weitere Faktoren berücksichtigt werden:
1. Die Größe des Rahmens
Manche Menschen haben nach vorne gerichtete Ohren, andere nach hinten gerichtete. Die benötigte Bügellänge der Brille hängt davon ab. Sind die Bügel zu lang oder zu kurz, kann dies die pantoskopische Neigung und den Hornhautscheitelabstand beeinflussen. Obwohl die meisten Online-Shops die Maße der Brillen angeben, ist es schwierig, ohne Anprobe die passende Fassung zu finden.
2. Rezept für die Brillenanpassung
Die Brillenverordnung und die Wahl der Brillenfassung hängen eng zusammen. Beispielsweise sind bei Menschen mit hoher Fehlsichtigkeit große Fassungen nicht nur die Gläser dick und schwer, sondern es ist auch schwierig, den optischen Mittelpunkt der Gläser mit dem Mittelpunkt der Pupille in Einklang zu bringen. Dies kann zu unangenehmen Situationen führen, in denen die Wimpern beim Blinzeln die Gläser berühren.
3. Szene und Zweck nutzen.
Die Wahl der Brillenfassung hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. Für Menschen, die regelmäßig Sport treiben, sind Fassungen mit innenliegenden Haltebändern und gebogenen Bügeln für einen sicheren Sitz empfehlenswert. Wer lange am Schreibtisch sitzt, profitiert von Fassungen mit rutschfesten Nasenpads und höherem Glasrand. Beim Autofahren sind Fassungen mit einem weiten Sichtfeld von Vorteil, wobei schmale Fassungen ebenfalls ein gutes peripheres Sehen ermöglichen.
All diese Aspekte erfordern die Beratung durch einen professionellen Optiker. Die Eignung modischer Brillenfassungen lässt sich nur durch praktisches Tragen feststellen, um sicherzustellen, dass die Parameter optimal aufeinander abgestimmt sind.
Die Probleme, die sich aus nicht übereinstimmenden Parametern ergeben
Ohne Anprobe und genaue Messung der Passform übergroßer Brillenfassungen kann es zu Problemen mit der Pupillendistanz kommen. Längeres Tragen einer Brille mit ungenauer Pupillendistanz kann Prismeneffekte verursachen, die zu Augenermüdung führen und das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit beschleunigen.
Der Pupillenabstand (PD) ist der Abstand zwischen den Pupillen der Augen. Bei der Anpassung von Brillen werden zwei Arten von PD-Messungen durchgeführt: der Fern-PD und der Nah-PD. Der Fern-PD wird gemessen, wenn die Person ein entferntes Ziel fixiert (d. h. der Abstand zwischen den Pupillenmittelpunkten, wenn beide Augen geradeaus in die Ferne blicken). Der Nah-PD (NCD) misst den Abstand zwischen den Pupillenmittelpunkten bei Tätigkeiten im Nahbereich.
Bei übergroßen Brillen ist auch die Pupillenhöhe ein wichtiger Faktor. Die Pupillen beider Augen befinden sich nicht unbedingt auf gleicher Höhe. Erfahrene Optiker bestimmen die genaue Pupillenhöhe mithilfe der Hornhautreflexion. Die Toleranz des menschlichen Auges in vertikaler Richtung ist sehr gering. Stimmt die optische Mittenhöhe der Brillengläser nicht mit der Pupillenhöhe überein, kann dies zu Prismeneffekten und Augenermüdung führen.
Die Genauigkeit der Optometrie
01Aufgrund von Faktoren wie der Umgebung beim Optiker und der Tragedauer der Probelinsen können die Ergebnisse der Sehtests schwanken. Beispielsweise können Unterschiede zwischen Messungen am Vormittag und am Nachmittag bestehen. Im Allgemeinen ist die Sehstärke am Nachmittag aufgrund der im Laufe des Tages auftretenden Augenermüdung etwas höher als am Morgen. Bei der Wahl eines Optikers ist es daher wichtig, eine professionelle und renommierte Einrichtung zu wählen, um genauere und zuverlässigere Ergebnisse zu gewährleisten.
02Die Genauigkeit der Brillenverordnung kann von Auge zu Auge variieren. Computergestützte Optometrie kann zwar als Orientierungshilfe dienen, sollte aber niemals als endgültige Brillenverordnung betrachtet werden. Der Optiker muss sich detailliert nach dem Tragekomfort erkundigen und die sphärischen (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit) und zylindrischen (Astigmatismus) Werte kontinuierlich überprüfen und anpassen, um die optimale Balance zu finden und die Astigmatismusachse feinjustieren.
Screening auf Augenkrankheiten und Beurteilung der Sehfunktion
Professionelle Optometrie umfasst mehr als nur die Ausstellung von Brillen- und Kontaktlinsenrezepten. Sie beinhaltet auch wichtige Untersuchungen, die nicht online durchgeführt werden können:
① Erste Augenuntersuchung: Zum Ausschluss von Erkrankungen der Augenoberfläche.
② Beurteilung der Sehfunktion: Bewertung der dreistufigen Sehfunktionen sowie Tests der Akkommodation und Konvergenz des Auges.
③ Ergonomie der Brillenanpassung: Pantoskopische Neigung, Hornhautscheitelabstand und Position des optischen Zentrums.
Für personalisierte Messungen und individuelle Anpassungen müssen diese Untersuchungsergebnisse ermittelt werden.
Daten, die die Anpassungsergebnisse beeinflussen
Online verfügbare Daten zur Brillenanpassung liefern primär Informationen zu Refraktionsfehlern (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit) und dem Pupillenabstand, die für die Brillenanpassung unerlässlich sind. Es gibt jedoch viele weitere Datenpunkte, die das Anpassungsergebnis beeinflussen können, wie z. B. die Augenposition, die Ohrposition, der Hornhautscheitelabstand, die pantoskopische Neigung und die Position des optischen Zentrums.
Zusätzlich zu den oben genannten Daten kann auch die Größe des Brillengestells das Ergebnis der Anpassung maßgeblich beeinflussen. Das Tragen zu großer Brillen kann zu chromatischer Aberration und Prismeneffekten führen. Dies gilt insbesondere für starke Kurzsichtigkeit, da zu große Gestelle dicke Glasränder verursachen können. Dadurch gehen die Vorteile von hochbrechenden Gläsern verloren, und es kommt zu stärkeren Prismeneffekten, die Schwindel verursachen können. Daher ist es bei der Wahl des Brillengestells entscheidend, anhand der Untersuchungsergebnisse für die Probe- und Anpassungsbrille Gestelle mit geeigneten Parametern auszuwählen, anstatt sich allein auf das Design zu konzentrieren.
Qualitätsstandards und Anpassungen nach der Montage
Bei der Online-Brillenanpassung ist es wichtig, nach Erhalt der Brille den Tragekomfort zu überprüfen und die Sehstärke nochmals zu kontrollieren. Anpassungen an Nasenpads, Bügeln etc. sollten nach einer persönlichen Beratung vorgenommen werden. Auch wenn Brillen einfach erscheinen mögen, können selbst geringfügige Fehler den Tragekomfort beeinträchtigen und die Sehqualität mindern. Abweichungen in den Messwerten können die Augenermüdung verstärken und sogar die Sehschärfe verschlechtern.
Abschließend
Eine gut sitzende Brille hilft nicht nur beim Arbeiten und Lernen, sondern trägt auch zur Augengesundheit bei. Online-Brillenanpassungen bieten Vorteile wie günstige Preise, vielfältige Modelle und einen unkomplizierten Ablauf. Dennoch dürfen wir den ursprünglichen Zweck der Brillenanpassung nie aus den Augen verlieren: Nur Brillen, die den Standards für Augengesundheit entsprechen, sind wirklich das, was wir wollen.
Veröffentlichungsdatum: 15. Dezember 2023